VERANSTALTUNGS-BRANCHE SUCHT GESUNDEN MENSCHENVERSTAND / DIE BEHÖRDE LIEFERT GROBES FOUL GEGEN DIE KANTINE UND IHRE PARTNER. WIR ZEIGEN DIE ROTE KARTE. - KANTINE26

In einem bewegenden, offenen Brief machte die Veranstaltungslokalität Kantine26 über die unverhältnismäßigkeit der ständig ändernden "Coronabestimmungen" auf sich aufmerksam. 

Diesen Beitrag möchten wir nun folgend mit euch Teilen und dabei helfen euch und viele andere wach zu rütteln. 

Den Originalbeitrag findest du hier: Zum Blogbeitrag der Kantine26

VERANSTALTUNGS-BRANCHE SUCHT GESUNDEN MENSCHENVERSTAND / DIE BEHÖRDE LIEFERT GROBES FOUL GEGEN DIE KANTINE UND IHRE PARTNER. WIR ZEIGEN DIE ROTE KARTE.

Es war wir in einem schlechten Film, nicht Freitag der 13., aber es geschah am vergangenen Freitagnachmittag. Alle waren gut gelaunt und haben sich auf die IBIZA Sounds am Samstag und BOMBA Latina Sounds am Sonntag gefreut. Die Technik wurde aufgebaut, das Team hat die Kühlschränke befüllt, alle wochenlang abgestimmten Corona-Bedingungen wurden in Bezug auf Hygiene und Abstandsregelungen noch mal allen verinnerlicht.

Dann kam am Freitag Nachmittag, um ca. 15 Uhr, per Verfügungsänderung der TODESSTOSS AUS DER BEHÖRDE. Unsere Genehmigung für unsere Musikveranstaltungen wurden verändert. Und zwar soweit, dass wir nach interner Beratung, dann kopfschüttelnd und fassungslos die Veranstaltungen absagten, weil wir uns (und euch) die Durchführung unter diesen Bedingungen nicht zumuten wollten.

WER TANZT FLIEGT RAUS!

Im Speziellen wurde von der Behörde verordnet, dass wir jegliches Tanzen, egal wo, auf dem Gelände zu untersagen haben. Und es wurde ein Bußgeld von bis zu 2.500 EUR für ein Vergehen mitgeteilt. Auch das Aufstehen von den Palettenmöbel im Open-Air-Gelände, innerhalb der großflächig angelegten Spaces, in Verbindung mit Wippen und mitschwingen zur Musik kann als Tanzen gedeutet werden. Unsere Sicherheitsleute müssten dies erkennen, beurteilen und euch untersagen. Und bei wiederholtem Vergehen dann in letzter Konsequenz des Geländes verweisen. Wer möchte schon eine Musikveranstaltung oder ein Konzert besuchen, bei dem er im Freien starr auf seinen Sitz verordnet wird.

Wir waren nach wochenlangen Planungen und Abstimmungen grundsätzlich auf einem guten Weg mit den Behörden, damit die Gäste in kleinen Gruppen einen Space für 2, 4, 6 oder 8 Leute buchen können, um dort eine Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen wie Konzerte, Kino, DJ oder Comedy genießen zu können. Da die Kantine ein Musikclub ist, sind das auch vorwiegend Musikveranstaltungen. Weil uns das sehr wichtig war, wurde sich mit der Behörde verständigt, dass die Gäste auf den großzügigen Flächen sitzen, stehen, tanzen und singen können. Man verzichtet auf eine Tanzfläche und verhindert Gruppenansammlungen außerhalb der Spaces. Das war eine wichtige Grundlage für die hohen Investitionsentscheidungen in die Corona—Konforme Infrastruktur. Mehrere Personen wurden nach und nach seitens der Behörde in den Prozess einbezogen und die Auflagen sammelten sich an und die Genehmigungsvorlage wurde länger und länger. Was komplex war, aber grundsätzlich in Ordnung.

IN EINEN ANDEREN SPACE EINDRINGEN VERBOTEN!

Ein weiters Beispiel für eine nur sehr schwierig prüfbare Maßnahme: wenn eine Gruppe einen 4er Space bucht und eine weitere Gruppe nebenan z.B. Freunde einen 4er Space buchen, dann hatten wir bei der Abnahme eine Zusage, dass eine oder mehrere Personen des einen Space in den anderen gehen dürfen. Es dürfen sich halt keine größeren Gruppen bilden. Es sind ja auch per Verordnung 20 Personen in Gruppen im öffentlichen Bereich erlaubt. Das war für unser Sicherheitspersonal so auch umsetzbar, da wir uns nur auf die Gruppengrößen konzentrieren mussten. Jetzt wurde uns dies explizit am Freitag Nachmittag per Änderung der Verfügung strikt untersagt. Das heißt, dass wir mit der Security, Sorge zu tragen haben, dass es auf dem gesamten Gelände zu keinen Vermischungen zwischen den Spaces kommt. Auch hier wurde dann die Verantwortung zur Einhaltung auf uns übertragen. Ein Info wie das umgesetzt werden soll – Fehlanzeige. Über was man sich im Klaren war – bei Nichteinhaltung bis zu 2.500 EUR Bußgeld.

Wer möchte denn bei solch kurzfristig veränderten Bedingungen noch mit Spaß und Verantwortungsbewusstsein eine Veranstaltung durchführen? Wer möchte denn bei solchen Bedingungen eine derartige Veranstaltung besuchen? Was wird uns denn noch an neuen Verordnungen Woche für Woche erwarten? Welcher Veranstalter ist denn noch bereit, sein letztes Geld in irgendeine Maßnahme zu investieren, wenn dir jemand täglich einen Strich durch die Rechnung machen kann? Wo soll das in unserer Branche noch hinführen? Wir wurden aufs Abstellgleis gestellt und jetzt kann keiner so richtig was mit uns anfangen.

DIE UNVERHÄLTNISMÄSSIGKEIT IST KAUM ZU ÜBERTREFFEN!

Dass in manchen Biergärten in unserer Region bei Fußballübertragungen alle nach einem Tor wild durcheinander springen, sich freuen, sich umarmen und dann wieder in Gruppen an einen Biertisch setzen, das scheint die Ordnungsbehörde nicht zu interessieren. Wenn man aktuell an der Eisdiele in der Region sitzt und einen Meterstab mit 1,5m drehen würde, dann würden man rundherum mehr als 5 Leuten die Augen ausstechen. Am Baggersee mit freiem Eintritt ist jeder Platz belegt. Da ist es wie früher und auch heute keine Datenerfassung für die Rückverfolgung. Uns wird gesagt „wenn bei euch was passiert“ – Ja, was ist dann? Ist das schlimmer wie am Baggersee? Wir haben Hygienekonzepte, elektronische Datenerfassung von jedem Gast, Toiletten in Hülle und Fülle, Security, Ordner, Absperrungen, Beschilderungen, Spuckschutz an jeder Ausgabestelle und überall Mitarbeiter mit Mund- Nasenschutz.

In manchen Biergärten sitzen 20 Leute an zwei Tischen eng beinander und trinken Bier. Wenn da was passiert, dann wird halt in den (vorhandenen!) Zetteln nachgeschaut, wer so alles da war. Die haben sicherlich momentan mehr Durchlauf an Gästen pro Tag als bei uns. Wenn bei uns was passieren sollte, dann wären alle Daten lückenlos und sofort zur Nachverfolgung vorhanden. Wenn das alles so schlimm ist, wie wird das denn dann am Baggersee gemacht, also mit der Nachverfolgung? Das ist doch vollkommen Unverhältnismäßig – festgelegt sowie umgesetzt von Land und Behörden. Alle Beamten haben am Ende des Monats ihr Geld auf dem Konto und gehen trotzdem in den Urlaub. Wir, die Veranstalter, die auch die Staatsdiener mitfinanzieren stehen da, zappeln rum, und sehen zu, wie einer nach dem anderen aus der Branche vor die Hunde geht.

WIR WOLLEN SO NICHT MEHR!

Die Kantine hat mittlerweile 80 Menschen aus der Region beschäftigt. Die Politik hat uns seit 5 Monaten Berufsverbot erteilt und keine Aussicht auf eine Zukunft gegeben. Unser eigenes Bestreben voran zukommen endet in einem Behördenmarathon indem wir uns über die Definition von Tanzen unterhalten. Und das auf einer freien Fläche von über 10.000 qm in dem die Gäste in Spaces mehrere Meter voneinander getrennt stehen. Wir sollen bei Musik den Menschen auf dieser Fläche verbieten zu wippen und sie ggf. des Areals verweisen. Wir sollen verhindern, dass von einem Space zum anderen jemand eindringt, obwohl 20 Leute im öffentlichen Raum erlaubt sind. Bei Nichteinhaltung drohen uns 2.500 EUR pro Vergehen und für die ganze Ausarbeitungen dieser Erlaubnis mit diesen grotesken Inhalten will die Behörde 2.500 EUR plus jedes mal wenn eine Anpassung genehm ist, wieder 250 EUR. Wenn die Behörde meint unser gesundes Veranstaltungsunternehmen, das im achten Jahr Steuern bezahlt mit dieser Vorgehensweise ohne Maß und Verstand kaputt zu fahren, dann ist spätestens jetzt der Zeitpunkt, um sich mit aller Kraft dagegen zu wehren!

Wir können nur hoffen, dass alle Teilnehmer der Veranstaltungsbranche mit solchen und anderen Fällen möglichst schnell auf die Barrikaden gehen und den Behörden und denen die diese Gesetze erstellen einen Spiegel für ihre Ungerechtigkeit vorhält!

++++ Bitte helft mit und teilt diesen Post mit allen Künstler, DJs, Dienstleister, Veranstalter, Venues, Booker, Techniker, Caterer, Verlagen, Magazine, Radio oder Online Medien und allen weiteren, die deutschlandweit in unserer Veranstaltungsbranche tätig sind. Was uns keiner nehmen kann, ist der Zusammenhalt für den Kampf unserer Zukunft ++++

Eure Kantine26

 (Quelle: www.kantine26.de 13. Juli 2020)

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